Monatliche Archive: August 2012


Sommerurlaub

3 Wochen Schweden sind cool. Besser wären höchstens noch 6, 9, 12 oder am besten gleich 52 Wochen.
Wir hatten uns viel vorgenommen, und im Großen und Ganzen auch recht gut gemeistert. Schwierigkeit war natürlich Renovierung und Urlaub in ein vernünftiges Gleichgewicht zu bringen.
Aber nun zum Anfang. Småland war kurz vor unserem Urlaub von einer Hochwasserkatastrophe betroffen. Die Wettervorhersage für die 3 Wochen war: Dauerregen. Na toll. Erstes Problem also, den Anhänger so dicht zu machen, dass nichts nass wird. Vor allem die Rigips-Platten sollten natürlich trocken bleiben. Hat mit Folie und Spanngurten gut geklappt. Aufwand hat sich gelohnt, da es während der Fahrt doch öfter mal recht stark geregnet hat. In Dänemark teilweise so stark, dass auf der Autobahn max. 50km/h machbar war. Kaum am Haus angekommen war der Regen aber vorbei, und kam die nächsten 3 Wochen auch fast nicht wieder. Wenn, dann hat es vielleicht mal eine Stunde geregnet. Eher im Gegenteil, in der zweiten Woche hatten wir bis zu 28°C. Das war nachts zum Schlafen schon zu warm. Vom Prinzip her also allerbestes Wetter und das nahezu an jedem Tag.
Von den Arbeiten her hatten wir uns vor allem das untere Zimmer vorgenommen. Aus diesem wollten wir, wie es ursprünglich war, wieder zwei Zimmer machen. Ein Schlafzimmer und ein Wohn- bzw. Fernsehzimmer. Also mit dem praktischerweise vorhandenem Holz und den mitgebrachten Rigips-Platten schnell eine Wand eingezogen. Mit alten, auch noch vorhandenen, Tapeten tapeziert und gemalt. Das war schnell gemacht. Dummerweise hatte ich mir auch vorgenommen, die Fußböden zu machen. Die Hälfte war in einem dunklen Braun, mit was auch immer behandelt. Ich dachte, naiv, das schleife ich schnell ab und gut ist. Ging aber nicht, da das Zeug so klebrig war, dass ich den Schleifer nur auf den Boden legen brauchte und schon war das Schleifblatt zugeklebt. Gut, wenn das nicht geht, dann halt auf die harte Tour und alles abhobeln. Die Ränder wo man nicht rankam, erst mit Heißluft abgekratzt und dann geschliffen. Wohl bemerkt mit einem kleinen Schwingschleifer. Das waren 3 harte Tage. Meine Knie tuen immer noch weh. Aber was soll´s, nach dem Schleifen mit Oslo Hartwachsöl behandelt. Sollte weiß sein, ist aber kaum zu sehen. Sieht fast Natur aus, ist wirklich Klasse geworden.
Jenny hat sich der Türen und Zargen angenommen. Alle mit Heißluft von Farbe befreien. Hat sie sich auch einfacher vorgestellt. Fertig werden wir damit wohl erst nächstes Jahr sein. Aber auch hier sieht das Ergebnis wieder super aus. Eine Zarge habe ich testweise mal mit dem Hartwachsöl vom Fußboden behandelt. Schick.
Im Turmzimmer oben haben wir Decke und Wand gemalt. Fußboden sollte auch gemacht werden. Unter dem PVC sind aber leider Spanplatten auf den alten Holzboden genagelt. Und diese Spanplatten sind auch noch unter den Fußleisten. Das ist mir dann doch zu viel Arbeit, da kommt schick Laminat rauf, reicht. Das gleiche Problem werde ich unten im Esszimmer haben. Das sind die einzigen beiden Räume, die so sind. Das scheint alles aus der letzten großen Renovierung zu stammen, geschätzt 60/70er. Der Wasserboiler ist von 1973, das sieht alles danach aus.
Was haben wir sonst noch so gemacht. Gegend erkundet, mit einem altbekannten Ergebnis. Zuhause ist es am schönsten. Viele schöne Plätze haben wir in der direkten Umgebung gefunden, und nicht wenn man stundenlang mit dem Auto sucht. Der Badesee z.B. ist einfach traumhaft. Wir haben fast jeden Tag gebadet, meistens sogar mehrfach am Tag. Erst eine Decke malen, dann kurz in den See springen. Egal ob 16° oder 28° Außentemperatur. Wichtigste Erkenntnis: Nicht nachdenken, einfach reinspringen. An den nicht so perfekten Tagen (also statt 28°C nur 22°C!), war keine Menschenseele da.
Gegenüber vom Haus ist ein Wald mit einer Skistrecke. Mit Pilzen, massenweise Blaubeeren und (siehe Fotos) auch mindestens einer Schlange. Diese habe ich erst für was harmloses gehalten. Beim Nachforschen dann aber festgestellt, dass es eine schwarze Kreuzotter (auch Höllennatter genannt) war. Die kann durchaus tödlich sein.
Highlight für mich: Mein erster Elch. In freier Wildbahn. Leider hat der Rest der Familie ihn nicht gesehen, dafür konnte ich ihn fotografieren. Aber: Die Familie hat auch einen gesehen. Auf der Rückfahrt am letzen Samstag. Wir waren gerade knapp 15 Minuten gefahren, kam mir auf normaler Landstraße ein alter blauer LKW entgegen. Zu den Kindern sagte ich noch schaut euch den mal an. Da kommt von rechts ein Elch auf die Straße und schafft es noch gerade vor uns und dem LKW rüberzukommen. Das war ein großer männlicher Elch, richtig schön mit Geweih. Also zwei Elche in einem Urlaub. Und für die Familie immerhin einer in groß.
Kleve Gruva, ein altes Bergwerk, ist auch einen Besuch Wert. Bis zu 75 Meter unter der Erde, 3°C, Wasser gefroren. Ist schon beeindruckend. Und auch ein wenig abenteuerlich. Ein paar Gänge sind extra ohne Beleuchtung.
Viele Dinge die wir uns vorgenommen hatten haben wir nicht geschafft. Macht nichts, wir werden ja noch öfter oben sein. Als nächstes in den Herbstferien. Dann ist das Badezimmer dran. Fenster rein, Fliesen legen und neues Waschbecken. Dann ist der Bereich auch schon fertig. Der Rest kommt nächstes Jahr.