Monatliche Archive: Oktober 2012


Herbst

In Deutschland noch im Regen gestartet, wurde das Wetter Richtung Schweden immer besser. In Schweden haben wir eine Elchkuh gesehen. Direkt vor uns auf der Straße trabte sie langsam lang und verschwand dann im Wald. Eine Stunde später eine Horde Wildschweine mit Frischlingen und kurz vor Ende noch ein Fuchs. Hier sind wir richtig.
Nach der Ankunft schnell auspacken, Wasser wieder fertig machen. Gut, dass wir das Wasser im Sommer schon abgeklemmt hatten, lt. Thermometer waren schon Minusgrade vorgekommen. In den 1 1/2 Wochen wo wir jetzt da waren ging es nachts bis knapp -5° runter.
Ziel war für diesen Urlaub das Badezimmer zu machen. Der erste Schritt war Fenster einbauen. Das ging recht schnell. Ist ja ein Holzhaus, also Loch reinsägen, Fenster reinschrauben, ausschäumen und fertig. Dann ging der Spaß aber erst los. Die Wände waren mit einer Art Weich-PVC (fühlt sich eher wie Moosgummi) verklebt, vollflächig auf Spanplatten. Fußboden mit härterem PVC. Der Fußboden war einfach, hat nur ein paar Minuten gedauert. Die Wände waren hartnäckiger, haben insgesamt 3 volle Tage gebraucht. Zum Schluß haben wir das Zeug mit einem Stechbeitel abgekratzt. Hätten wir das vorher geahnt, hätte ich einfach Rigips vorgeschraubt. Dann mit Tiefgrund und anschließend mit Duschabdichtung behandelt. Einen neuen Abfluss haben wir auch gleich eingesetzt. Als nächstes kam dann die elektrische Fußbodenheizung rein, darauf dann Ausgleichsmasse. Hat zwei Tage gedauert. Ich konnte also erst 5 Tage nach Ankunft mit dem legen der Fliesen anfangen, hatte ich mir anders vorgestellt. Zwischendurch immer wieder das Klo raus/rein usw., Waschbecken war auch ab, also nur Katzenwäsche. Am Donnerstag abends dann das Unglück. Ich hatte in einer Starkstromdose mit Schalter die Installation vorbereitet, sprich Loch bohren usw. Loch war für die Leitung natürlich zu klein, also mit einem Teppichmesser das Loch etwas vergrößern. Dumm nur, wenn man abends nicht mehr so aufpasst und das Messer abbricht. Noch dümmer, wenn man in Richtung Körper schneidet und das Handgelenk trifft. Erster Gedanke: Arterie getroffen? Blut spritzt nicht, also Glück gehabt. Zweiter Gedanke: Da ist ja eine Ader zu sehen, ach, und eine Sehne ist da auch noch. Dritter Gedanke: Noch mehr Glück gehabt, sieht zwar gefährlich aus, scheint aber alles relevante heil geblieben zu sein. Also schnell Kompresse mit Betaisadonna rauf und schnell mit Jenny zum Arzt. Damit haben wir dann auch einen durchaus wichtigen Nachteil in Schweden festgestellt. Es gibt keine Ärzte abends. Krankenhaus ist knapp eine Stunde entfernt. Da es immer noch nicht stark blutete habe ich es dann selber verarztet. Zum Glück waren in unserem Erste-Hilfe-Kasten Tapes um die Wunde zusammen zu klammern. Die Wunde war knapp 6cm lang, und 1-2cm weit auf. Geblutet haben nur die Hautränder. Sah ein wenig aus wie ein Hühnerbeinchen wo man die Haut einschneidet. Kurzum ich habe da tatsächlich absolutes Glück im Unglück gehabt. Weitergearbeitet haben wir dann abends nicht mehr.
Am nächsten Tag dann schnell die Fliesen verfugt. Waschbecken und Spiegelschrank kam dann auch noch ran. Und vor allem, endlich wieder duschen. Jetzt fehlt noch Tapete an der Wand, Decke malen, und ein wenig Kleinkram. Das machen wir aber im nächsten Jahr. Das Badezimmer sieht aber so schon Klasse aus. Kein Vergleich mehr zu vorher. Am letzten Tag dann wieder Wasser vernünftig abklemmen, und am Sonntag dann ab nach Hause.